Yunnan – Eine Rundreise von Kunming über Dehong nach Pu’er

Written by M.S.Photographics

8. Februar 2022

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Yunnan – Eine Rundreise von Kunming über Dehong nach Pu’er – Reiseplanung:

Für die Rundreise von Kunming über den autonomen Bezirk Dehong nach Pu’er waren neun Tage geplant. Im März ist die angenehmste Jahreszeit, um den tropischen Teil der Provinz Yunnan zu bereisen.

Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, erfolgte Anreise nach Kunming am späten Abend von Peking aus. Die Flugzeit beträgt etwa vier Stunden. Der Rückflug erfolgte von Pu’er nach Beijing.

Sowohl die Stadt Mangshi im autonomen Bezirk Dehong als auch die Stadt Pu’er sind ebenfalls am besten mit dem Flugzeug erreichbar.

Kunming, die Hauptstadt der Provinz Yunnan:

Die Ankunft in Kunming war spät abends. Deshalb war für die beiden Nächte in Kunming das Borrmann Hotel in der Nähe des Flughafens optimal. Zudem war der Weiterflug nach Mangshi früh am Morgen geplant. Um Zeit in Kunming optimal zu nutzen, entschied ich, mir am Nachmittag den Dianchi See von den westlichen Bergen aus anzusehen. Den See und die Berge erreicht man bequem, vom Flughafen aus, mit der U-Bahn.

Die Gegend um die westlichen Berge, die auf Grund ihrer Form auch “Schlafende Buddha Berge” genannt werden, eignet sich hervorragend für einen ausgedehnten Frühlingsspaziergang.

Neben traditionellen Gebäuden und farbenprächtigen Korridoren finden sich auch ein paar Tempelanlagen in den Bergen. Leider war auf Grund der etwas dampfigen Luft der Dianchi See von oben nur sehr spärlich zu erkennen.

Von den westlichen Bergen aus ging es am späten Nachmittag in Richtung der Innenstadt. Am Campus der Universität und in den umliegenden Parks waren zahlreiche lokale Kinder und Jugendliche in traditionellen Gewändern unterwegs, um die Frühlingstage für ein Fotoshooting zu nutzen.

Bei Sonnenuntergang wird es im März bereits deutlich kühler, die Parks leeren sich und die Nachtmärkte öffnen ihre Pforten.

Typisch für den Süden Chinas sind die Nachtmärkte. Bunt beleuchtet laden sie zum Flanieren und Probieren ein. Überall werden lokale Spezialitäten und Getränke aus aller Welt angeboten. Der ideale Ort um sich mit verschiedenen, kleinen Leckereien zu stärken und den Abend ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Flugzeug weiter nach Mangshi, der Hauptstadt des autonomen Bezirks Dehong.

Das Hotel Phalaka in Mangshi:

Als Ausgangspunkt zur Besichtigung der Stadt Mangshi, sowie für eine Fahrt durch den autonomen Bezirk Dehong habe ich für drei Nächte das Hotel Phalaka gebucht. Das moderne und luxuriös eingerichtete Hotel wurde 2020 eröffnet. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind entweder fußläufig oder bequem mit dem Taxi zu erreichen.

Hervorragende Restaurants befinden sich ebenfalls zahlreich in der näheren Umgebung der Unterkunft. Das im Zimmerpreis enthaltene Frühstücksbuffet ist reichhaltig und international.

Die Zimmer sind großräumig, sauber und modern eingerichtet. Zudem verfügt die Hotelanlage über einen Außenpool, der bis in die Abendstunden genutzt werden kann.

Abends kann man sich mit Schwimmen oder einem Spaziergang um die Hotelanlage die Zeit vertreiben. Kleine Shops, Cafés und Restaurants finden sich in den Seitenstraßen.

Mangshi, die Hauptstadt des autonomen Bezirks Dehong:

Nach dem Check-In im Hotel am späten Vormittag begann die Entdeckungstour durch Mangshi. Vorbei an interessanten Gebäuden und den tropischen Gärten einiger Restaurants geht es in Richtung des Stadtzentrums.

Am Stadtplatz angekommen wird es lebhaft. Hier treffen sich an den Wochenenden die Menschen um sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen zu vertreiben. Neben Karten- und Brettspielen werden auch traditionelle Spiele wie Majiang und chinesisches Schach gespielt.

Gesellschaftliche Unterhaltung erfreut sich im ganzen Land großer Beliebtheit. Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Spiele weggepackt und es wird zum gemeinsamen Tanzen übergegangen.

Nicht weit vom Stadtplatz entfernt stößt man auf einen kleinen Tempel der besonderen Art. Komplett eingewachsen von einem riesigen Baum, ist der Tempel weit über Mangshi hinaus, bekannt.
An den mit Palmen bewachsenen Straßen finden sich teils internationale Läden, während etwas abgelegener frisches Obst auf teilweise altertümlichen Gefährten zum Verkauf angeboten wird.
Auch bei Dunkelheit sind die buddhistischen Bauwerke in der Stadt sehenswert und beeindruckend.
Nach einer ausgedehnten Entdeckungstour zu Fuß durch die Stadt Mangshi, war es Zeit für eine Stärkung.

Mitten im herrlichen Garten des Restaurants lassen sich die Spezialitäten der Yunnan-Küche am besten genießen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Taxi in Richtung goldener und silberner Pagode, den Hauptsehenswürdigkeiten von Mangshi.

Unterwegs bot es sich an, den Tropischen Garten mit seiner sehenswerten Architektur zu besuchen.

Einer der dort lebenden Pfauen nutzte die Gelegenheit und stellte sich für ein Foto in Pose. Danach fuhren wir mit dem Taxi zum eigentlichen Highlight der Stadt – den beiden, auf einer Anhöhe gelegenen Pagoden.

Die goldene und die silberne Pagode von Mangshi:

Wahrlich ein grandioser Anblick, wenn man vor der Treppe hinauf zu der goldenen Pagode blickt. Nicht allein die Größe, sondern auch die zahlreichen Verzierungen und die Liebe zum Detail machen dieses Gebäude besonders. Eine Besichtigung ist ein Muss, wenn man in Mangshi unterwegs ist.

Über die Treppe nach oben können zahlreiche weitere Details entdeckt werden. Unter anderem auch Elefanten, die als heilige Tiere des Buddhismus gelten.

Oben angekommen, zeigt sich die Pagode in ihrer ganzen Pracht.

Auch das Innere der Pagode kann besichtigt oder zum Beten genutzt werden. Wer die Pagode betreten möchte, muss sich vorher die Schuhe ausziehen. Der Innenraum darf nur barfuß betreten werden.

Nicht weit von der goldenen Pagode entfernt, befindet sich auf einem weiteren Hügel, die silberne Pagode.

Ein kleiner, gepflegter Park führt direkt zur Pagode, von wo aus man bei guter Sicht einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten kann.

Nach Einbruch der Dunkelheit werden die beiden Pagoden festlich beleuchtet und sind dann bereits von Stadt aus sichtbar.
Bei Nacht mindestens genauso beeindruckend wie bei Tag – die goldene Pagode in der Stadt Mangshi.

Tagesfahrt durch den autonomen Bezirk Dehong:

Mit einem vom Hotel Phalaka organisierten Fahrer ging es nach dem Frühstück auf Rundfahrt durch den autonomen Bezirk Dehong bis an die Grenze zu Myanmar.
Unterwegs findet man tropische Parks mit beeindruckenden Wasserfällen. Ein Besuch ist durchaus lohnenswert.
In der Grenzstadt Ruili finden sich hervorragende Restaurants, in denen man sich zu Mittag stärken kann. Anschließend fuhren wir weiter an die Grenze zu Myanmar.
Interessant zu sehen, sind die Bewässerungsfahrzeuge, welche die Bäume am Straßenrand durch künstlichen Regen mit Wasser versorgen. Kurz darauf ist die Grenze zu Myanmar erreicht, die aber auf Grund der Pandemie nur in absoluten Ausnahmefällen passiert werden kann.

Ebenfalls nahe der Grenzstadt Ruili findet sich ein buddhistischer Park, der direkt am Grenzzaun zu Myanmar liegt. Von eine Glasbrücke aus, bekommt man einen tollen Überblick.

Die Ansiedlung rechts oben im Foto gehört bereits zu Myanmar. Im Anschluss brachte uns der Fahrer zurück zur Unterkunft in Mangshi. Unterwegs mussten wir noch einige, pandemiebedingte Kontrollen über uns ergehen lassen, so dass wir das Hotel erst bei Dunkelheit erreichten.

Tagesfahrt von Mangshi nach Tengchong:

Die Fahrt von Mangshi nach Tengchong führt uns zunächst durch ländliche Gegenden. Neben blühenden Rapsfeldern finden wir auch eine kleine Erdbeerplantage, wo man die fruchtig, frische Wegzehrung selbst pflücken kann.
Anschließend besichtigen wir ein altes Minderheitendorf und lernen das typische Leben dort kennen. Passend zur Mittagszeit kann man hier, in einem der kleinen Restaurants des Dorfes, frisch zubereitete Gerichte probieren. Für den Nachmittag ist ein Besuch der heißen Quellen in vulkanisch aktivem Gebiet geplant. Anschließend fahren wir gegen Abend weiter in die Altstadt von Tengchong, zur nächsten Unterkunft.

Vulkanisch heiße Quellen in Tengchong:

Heiße, dampfende Bäche, meterhohe Heißwasser-Geysire und Schwefelgeruch in der Luft. Die vulkanische Aktivität in dem Gebiet ist hier deutlich zu sehen.
Vorbei an typisch chinesischen Pavillons und über alte Steinbrücken geht es stetig bergauf zu den eigentlichen heißen Quellen.

Am Gipfel, bei den heißen Quellen angekommen, erkennt man sofort den zusätzlichen Nutzen der freiwerdenden Energie. Hier werden mit Hilfe der vulkanischen Abwärme Eier gekocht und zum Probieren verkauft.

Wem der Anstieg zu anstrengend war, findet hier eine Möglichkeit, seine Muskeln zu entspannen und einem Muskelkater vorzubeugen. Ein Fußbad im heißen Wasser löst die Verkrampfungen und sorgt für gute Durchblutung.

Die Altstadt von Tengchong:

Am Spätnachmittag erreichten wir Tengchong, wo ich für eine Nacht das Hotel Hetang Zhenmei Panoramic Holiday Inn reserviert habe. Nicht so luxuriös wie das Hotel Phalaka in Mangshi, dafür umso liebevoller eingerichtet. Sogar eine Badewanne mit Anschluss zur heißen Quelle ist im Zimmer integriert.

Das Frühstück ist relativ schlicht und typisch chinesisch, dafür bekommt man allerdings frischen Yunnan-Kaffee.

Den Yunnan-Kaffee kann man, falls er geschmeckt hat, auch abgepackt zum Mitnehmen direkt im Hotel kaufen.

Nach dem Check-In in der Unterkunft war noch Zeit genug, die Altstadt von Tengchong zu erkunden, durch die schmalen Straßen und Gassen zu spazieren und die kleinen Lädchen anzuschauen.
Liebevoll eingerichtet sind die kleinen Lädchen in der Altstadt von Tengchong perfekt, um sich am Abend die Zeit zu vertreiben. Dazwischen findet man immer wieder kleine, aber feine Restaurants zum Einkehren.
Einen Laden zum Kauf traditionell hergestellter Weine und Schnäpse findet man ebenfalls in einer der zahlreichen, kleinen Gassen.

Das Vogelschutzgebiet von Tengchong:

Bevor für den Nachmittag der Weiterflug in das Teeanbaugebiet Pu´er geplant ist, nutzten wir die Zeit am Vormittag, um das Vogelschutzgebiet in Tengchong zu besuchen.
In dem Sumpfgebiet, das entweder zu Fuß oder per Boot erkundet werden kann, sind zahlreiche seltene Vogelarten beheimatet. Mit etwas Glück bekommt man sie ab und an auch zu sehen. Leider war es an diesem Tag windig und kühl, sodass die Vögel nur aus der Ferne und meist im Flug zu sehen waren.
Wer möchte, kann sich gegen Entgelt mit einem weißen Yak vor der Bergkulisse fotografieren lassen.

Dann war die Zeit für den Weiterflug gekommen. Mit einer Gruppe von Frauen im traditionellen Gewand der Minderheiten flogen wir vom Flughafen in Mangshi weiter nach Pu’er.

Im Urwald von Pu’er:

Fernab der Stadt habe ich für zwei Nächte das Hotel Red Panda Manor Pu’er gebucht. Die kleinen Bungalows mit eigener Terrasse und geräumigem Wohn- und Schlaf-Bereich liegen mitten im Urwald von Pu’er.

Das Restaurant ist in etwa 15 Minuten zu Fuß oder bequem, mit einem der elektrischen Shuttlebusse zu erreichen.

Dort wird sowohl ein reichhaltiges Frühstücksbuffet als auch für Mittag- und Abendessen typische und gute Yunnan-Küche angeboten.

Zudem bietet das Hotel zahlreiche, interessante Aktivitäten, wie eine nächtliche Insektensuche oder die traditionelle Teeherstellung an.

Des Weiteren sind ausgedehnte, geführte Halbtages- oder Tagestouren durch den Urwald im Angebot. Diese werden in Absprache mit den lokalen Rangern kurzfristig genehmigt. Leider wurde uns der Zutritt wegen einer nahen Elefantenherde verwehrt.

Ein herrlicher Blick vom Restaurant über die Sumpflandschaft und über die Teeplantagen.

Vom Teeblatt zum Tee – Teepflücken in Pu´er:

Teepflücken in Pu’er ist etwas, das man sich nicht entgehen lassen darf. Der Pu’er-Tee ist weit über die Grenzen Chinas bekannt und die Erfahrung, diesen Tee selbst herzustellen, ist schon besonders.

Mit Korb und Hut geht es los in das Tee-Feld, um Blättchen für Blättchen zu pflücken. Eine mühsame, aber auch entspannende Tätigkeit.

Neben Tee findet man auch Orangenbäume auf der Plantage. Die schmackhaften Früchte dürfen ebenfalls gepflückt und verzehrt werden.

Nach gut zwei Stunden hat man eine ausreichende Menge gepflückt, um mit der weiteren Verarbeitung fortfahren zu können. Nun muss der frisch gepflückte Tee gekocht werden, um eine gute Vortrocknung zu erreichen. Dabei müssen die Blätter ständig gut durchmischt werden, um nicht an der heißen Oberfläche des Kochers anzubrennen.
Abschließend wird der vorgetrocknete Tee für weitere 12 – 24 Stunden an der frischen Luft getrocknet, je nach Witterung. Der dann fertige Tee ist bis zu 40 Jahre haltbar und darf selbstverständlich mit nach Hause genommen werden.

Hat man Glück, kann man im Wald neben verschiedenen Vögeln und Affen auch die kleinen, possierlichen roten Pandas antreffen, die relativ unbeeindruckt von den Besuchern, ihres Weges gehen.

Nach zwei Tagen im Urwald war dann leider auch wieder die Zeit gekommen, zurück in die Stadt zu fahren. Nachdem der Flug nach Peking für früh am Morgen gebucht war, habe ich für eine Nacht das Mandy Boutique Hotel reserviert. Diese Unterkunft liegt direkt hinter der Startbahn des Flughafens von Pu’er.

Fazit:

Die Rundreise von Kunming über Dehong nach Pu’er in Yunnan war geprägt von kulturellen Highlights und unvergesslichen Erfahrungen.

Neben dem bunten Treiben am Campus und auf dem Nachtmarkt in Kunming, imposanten, buddhistischen Bauwerken in Mangshi, spektakulärer Landschaft und Natur in Tengchong war auch die Erfahrung, den bekannten Pu’er Tee selbst herstellen zu können, etwas ganz Besonderes.

Wer gerne etwas abseits der Haupttourismusrouten unterwegs ist, wird an diesen Orten fündig und für diejenigen ist diese Reise eine uneingeschränkte Empfehlung.

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